Rechtzeitig zum 03.10.2010, dem Tag der deutschen Einheit, sollte ein Ego-Shooter-Spiel zum Download erscheinen, in dem die einstige  innerdeutsche Grenze der Schauplatz ist. In dem Spiel „1378 (km)“ ,  können die Spieler sowohl die Perspektive eines Republikflüchtlings als auch eines Grenzsoldaten einnehmen – der dabei schießen und den unbewaffneten Flüchtling töten kann, berichtete die Sueddeutsche.de . Entwickelt wurde es von einem  Studenten der  Hochschule für Gestaltung (HfG) in Karlsruhe, der damit Geschichte erlebbar machen will, – und  nun, ich finde mit Recht, nicht nur von Opferverbänden heftig kritisiert wird.

Bei „1378 km“,   handelt es sich um ein so genanntes Serious Game, also ein Spiel, das weniger einen Unterhaltungsanspruch als einen Informations- und Bildungsanspruch anstrebt und dazu auf die interaktiven Möglichkeiten eines Computerspiels zurückgreift.

Es gibt zwei Teams von  Spielern. Eine Gruppe stellt die Mauerflüchtlinge, die im Jahre 1976 versuchen, die innerdeutsche Grenze zu überqueren. Die zweite Gruppe sind die Grenzsoldaten der DDR, die versuchen müssen, die Flüchtlinge aufzuhalten. Dass Spieler auch in die Rolle der Grenzsoldaten schlüpfen können, soll sie für das Dilemma zwischen Moral und Schießbefehl sensibilisieren. Der Spiegel meint, wahlloses Herumballern sei nicht vorgesehen. Die »Mauerschützen« können mit den Flüchtlingen sprechen, sie verhaften oder sich selbst zur Flucht überreden lassen. Sie haben aber auch die Wahl, die unbewaffneten Zivilisten zu erschießen. Eine Belohnung gibt es dafür nicht, im Gegenteil. Wer zum Mauerschützen wird, muss sich in einem virtuellen Gerichtsprozess im Jahre 2000 für seine Taten verantworten.

Der Focus.de berichtet,  nach Ansicht des Philosophen und Rektors der HfG Peter Sloterdijk habe das Spiel dennoch einen „hohen moralischen und künstlerischen Anspruch“.

Doch der Denkfehler bei Serious Games basiert darauf, dass man vor allem für das Spiel lernt und nicht für das Leben. Und das gibt mir noch mehr zu denken.

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