Foto: Ranj

Den Oscar kennt jeder, aber in Zukunft werde ich nach dem E-Virtuoses Award Ausschau halten. In vier Kategorien wird jedes Jahr das beste Serious Game ausgezeichnet. Ende Mai 2011 siegte  „Houthoff Buruma – The Game“  der Firma Ranj,  mit dem eine niederländische Kanzlei die Einstellung neuer Juristen vornimmt.

Das Spiel, in dem die Kandidaten in  einem internationalen  Rechtsfall eingreifen, erlaubt dem Unternehmen die Bewerber zu beobachten und bringt die Qualifikationen zum Vorschein, die man nicht an der Uni erwerben kann. Das Spiel ist die Brücke zwischen  Akademie und dem beruflichen Alltag.

In der 7. Woche von #opco11 geht es um das Thema Müssen wir wieder spielen lernen? Game-based Learning . Was heisst hier müssen? Begleitet Spielen einen nicht das ganze Leben?

Aus Erfahrung weiss ich, dass Heranwachsende mit  SimCity spielend fächerübergreifend Soziologie gelernt haben. Sogar mit  Leisure Suit Larry liess sich für sie nicht nur Vordergründiges erfahren. Und  mit King’s Quest verbesserten sich die  Englisch- und PC Kenntnisse.

Serious Games erheben jedoch gezielt  einen Informations- und Bildungsanspruch  und greifen auf die  interaktiven Möglichkeiten eines Computerspiels zurück. Das  Serious Game 1378 km , das letztes Jahr pünktlich zum Tag der deutschen Einheit erscheinen sollte, habe ich in diesem Blog behandelt, ebenso wie das Unterhaltungsspiel  Second Life  im DaF Unterricht.

Daraufhin habe ich meine Kursteilnehmer gebeten, einen Kommentar zum Thema Game based Learning zu schreiben, in der Hoffung, in diesem Bereich lernend einzusteigen.  Die schriftlich geäußerten Ansichten gingen jedoch von  totaler Zeitverschwendung, Verneinung der Realität, über Suchtgefahr bis zur sozialen Ausgrenzung. Kurz gesagt, man fand die Idee toll und mit „Hi-tech Geruch“, aber zeitaufwändig und wirkungslos, besonders, wenn man beruflich und familiär ausgelastet ist.