Andragogik

Die Nutzung des richtigen Begriffs bewirkt Verständnis für die Lernergruppe und Reflektion über das eigene Lehrverhalten.  So erging es mir bei dem Begriff  „Kursteilnehmer“, den ich  seit Jahren aus Überzeugung benutze.

Der Gegensatz zu Pädagogik ist Andragogik. Um zu verstehen worin der Unterschied liegt, bedarf es manchmal einer Erinnerung, gerade wenn sie auf Englisch und durch Youtube  vermittelt wird.

Ich wurde wieder daran erinnert, dass der weitläufige Begriff „Erwachsenenbildung“ u.a. lebenslanges Lernen, Institutionen und vieles mehr meint.

Wenn ich die Andragogik, das Rahmenprogramm des Lehrens, dass auf die Motivation des erwachsenen Lerners,  sein Vergnügen, seine Auswahl und Kontrolle über den Lerninhalt angelegt ist, richtig verstehe, dann müsste mein Unterricht  doch Erfolg versprechen. Oder?

via Paul“s E-Learning Blog

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Blab Blab neuer MOOC CL20

Ein neuer MOOC zum Corporate Learning 2.0 – #CL20 – begann diese Woche, in dem es um die Gestaltung des zukünftigen Lernens in Institutionen geht.

Wegen des Versöhnungstages war es mir erst am 4. Tag der Disskussion, an dem es bereits 500 Beiträge zu Lernarrangements und deren Implementierung gab, möglich, einzusteigen.

Einen Schwerpunkt der heutigen Diskussion bildet die Frage, wo die größten Widerstände bei der Einführung innovativer Lernarrangements zu erwarten sind und wie diese überwunden werden können. Zum einen würden die Hürden darin liegen, dass die Lerner nicht gewohnt sind, ihre Lernprozesse selbst zu gestalten. So jedenfalls nach Ansicht von Prof. Werner Sauter.

Mein Lernprozess begann mit einer Aufzeichnung der inoffiziellen „Cafeteria-Session“ in Blab.im, wo Harald Schirmer und Simon Dückert ihre ersten Erfahrungen im #CL20 ausplauderten. Ich werde hier öfters verweilen, die Atmosphäre gefällt mir, und ich möchte  die Plattform Blab.im  besser kennenlernen.

Danach folgte ein Blick in die „MOOC-Zeitung“ The Corporate Learning 2.0 Daily, die ich abonieren d.h. in die ich mich einschreiben musste.

Die offizielle „Campus-Plattform“ ist übersichtlich und inhaltlich gut gefüllt. Trotz ihres ansprechenden Layouts werde ich den #CL20 durch die „Hintertür“  Twitter  betreten. Einerseits passiert da das Neueste, andererseits kann man da sofort die besten Slogans lesen wie:  Teilnehmende kontrollieren für sich selbst den Erfolg, nicht der Trainer. (Ellen Trude SAP Seminar)

Mein eigener Twitterfluss informiert mich sofort über die „Bonmots“ des Kurses, wie zB den senior Trainer.

An der „Live Session“ zur Diskussionund Zusammenfassung der ersten Themenwoche konnte ich teilnehmen. Ganz baff musste ich jedoch feststellen, dass die Experten der „Next Education Week“ von pädagogischen Ansätzen und Methoden in der Unternehmensfortbildung sprechen. Zapperlapp ! Haben sie sich noch nie ernsthaft sich mit dem Begriff Andragogik auseinandergesetzt?

Die Bemerkung von Andreas Eckelt von DB Training, dass beim Lernen in Unternehmen klargestellt werden muss, ob Lernen am Arbeitsplatz  Arbeitszeit  und die entsprechenden Tools, zumindest die Bereitstellung entsprechender Geräte gegeben ist, ist mir nicht entgangen.

Schulmeisters PLE via Kerres

Also gut, die 4. Woche im #opco11 ist eingeläutet. Am Samstagabend bin ich die Lektüreliste durchgegangen, in der mir  Michael Kerres  Bemerkung zu    Rolf Schulmeister  aufgefallen ist, danch habe Schulmeister den Begriff der PLE in seiner abschliessenden Keynote amüsant und klug zugleich „dekonstruiert“.

Was PLE ist, darüber bin ich mir im MOOC PLENK2010 klar geworden. Um so vergnügter konnte ich deshalb dem Vortrag PLE zwischem Alltäglichem und Besonderem: Was konstituiert eigentlich eine LERNumgebung? folgen. Ich mag Vorträge, vorausgesetzt, sie sind so gut und amüsant wie bei Schulmeister, deshalb bin ich auf das Online Event am  08.05.2011 mit ihm  gespannt.

Was habe ich aber aus seinem Vortrag für meine Arbeit gelernt? Um mir diese Frage zu beantworten war Vortragfoliensuche  auf slideshare angebracht. Und hier sind die Zitate, die für mich Gewicht haben:

  1. „Lernen hat sich nie verändert, Unterrichten schon, wenn auch sehr langsam. Lernen bedeutete und bedeutet immer selbst aktiv zu sein“
  2. Persönliches Lernen und gemeinsames Lernen sind zwei Aspekte, deren Fokus unterschiedlich ist.
  3. Selbstreflexion und Kollaboration stören sich und beides sollte nicht in einer Umgebung beheimatet sein.
  4. Die innere Differenzierung durch die Diversität der Lerner muss wieder in den Vordergrund rücken.
  5. Technologie und Sozialisation entwickeln sich unterschiedlich schnell.


Gefallen hat mir, dass Schulmeister nichts über den Lehrer sagen wollte. Eine weise Einstellung.

Ich unterrichte Erwachsene und sehe mich als Kursleiter, eine Erwachse unter anderen Erwachsenen, die nur eines besser beherrscht, den Kursinhalt. Ich weiss, wolang es geht und wie das Etappenziel zu erreichen ist.

Deshalb zucke ich immer zusammen,  wenn das Wort Pädagogig, wie auch in  Schulmeisters Vortrag, fällt. Andragogig  ist der richtige Begriff. Was mich somit auf Kerres Frage zurückbringt:

„Wie lernen Schüler/Studierende (im Kontext von Web 2.0)? Wie können wir – ausgehend von Arbeits- und Lerngewohnheiten der Lernenden – Umwelten schaffen, die sich als lernförderlich erweisen?“

Studierende sind doch Erwachsene oder?

Minderjähriger Schüler ist man nur bis 18, trotz der Siezerei ab 16 oder liege ich da falsch?

Ich stamme aus der Zeit, als frau erst mit 21 volljährig wurde. Waren diese vier Jahre,  vom Schüler zum Erwachsenendasein,  um mit der Sozialisation zu sprechen, richtig vorgesehen?

Schwirren diese vier Jahre immer noch in den Köpfen der Professoren, wenn sie Lernumgebungen  für die 23 Stunden-Engagierten planen?

Wenn die Uni mich auch nur am Rande interessiert, Studenten gibt es unter meinen Kursteilnehmern, und Praktikanten, aus der BRD, kommen ebenfalls in meine Kurse. Irgendwie sind meine Überlegungen noch nicht ausgegoren.

Jetzt höre ich mir erst einmal den Vortrag vorneweg an…..