November-2018.jpg„Schreibst Du noch Deinen Blog?“ fragte mich Ralf Klötzke (Landeskunde) auf der Fachtagung Digitales Lernen in Grundbildung und Integration des Volkshochschul-Verbandes (VHS). Die Frage ist Grund genug, um meine Eindrücke sowohl von dieser Tagung als auch von dem Jahrestreffen der Zentrale für Unterrichtmaterialien (Zum.de)  hier festzuhalten.

Die Digitalisierung in der Erwachsenenbildung bedeuted für mich erst einmal, wie kann ich mich als Lehrerin zukunftsblickend selbst weiterbilden und mein PLE erweitern. Welch eine Freude war es deshalb für mich, als ich auf beiden Treffen langjährige digitale Bekannte zum ersten Mal „als Mensch“ treffen konnte. „F2F“ heisst es bekanntlich, aber es war mehr, eher als wenn ich lang entfernte Familienmitglieder endlich sehen konnte. Auf meinem Arbeitsfeld bedeutet Digitalisierung in der  Erwachsenenbildung für mich:

  1. Wie und womit kann ich meinen DaF-Unterricht zeitgemäß und interessanter gestalten?
  2. Welche Ausrichtungen und Erneuerungen können DaF-Lehrende von Institutionen erwarten?
  3. Und wie kann das Vorhandene weitergegeben werden?

Digitale Lern- und Lehrkonzepte sowie die entsprechende Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer sind ein Teil des Digitalpaktes. Deshalb interessierte mich die Cloud des wohl bald größten digitalen Anbieters in der BRD, nämlich der VHS, eher technisch. Jedoch, wie oft auf Konferenzen, muss man genau  herauszuhören, was für das eigene Arbeitsfeld relevant ist .

“ Wir flippen zu wenig“ , meinte Graciela Bertoli vom European Basic Skills Network (EBSN), „Wir müssen in Kursen mehr flippen“. Außerdem hat die Eu festgestellt, dass bei der Alphabetisierung vier Stufen- Alpha 1 bis Alpha 4 – zum Fremdsprachenerwerb führen ( Dia 25) . Demnach ist erst Alpha 4 mit der A1 des EU-Referenzrahmens gleichzusetzen. Wer mit Flüchtlingen arbeitet, weiss es. Gut, dass es jetzt eine Graduierung gibt, die vor allem der Berechnung der Unterrichtszeit dient.

Unterstrichen wurde auf der VHS-Tagung, dass Sofware keine unterschiedlichen Lehr-Konzepte jonglieren kann. Mehrsprachig kann sie dagegen sein. So wie die Sprachlern-App Einstieg Deutsch, die das  „Deutsch Lernen“ in Chunks anbietet und  die in 10 Sprachen übersetzt ist, darunter auch Tigrinya und Arabisch.

In einer Video Botschaft (Konserve) gab Prof. Thomas Strasser ein Plädoyer zum Blended Learning. Praktisch und anregend zeigte Ralf Klötzke in einem Workshop den einfachen Einsatz von digitalen Lernmedien im Unterricht. An dieser Stelle möchte ich gleich auf das E-Book  Der Digitale Werzeugkasten von BayernEdu hinweisen, in dem weitere Tools erscheinen. Alles kann direkt im Unterricht eingesetzt werden. Ob der/ die  Lehrende jedoch fit für die digitale Lernwelt ist, lässt sich kostenlos als E-Paper herunterladen, entstanden unter der Obhut des DIE, das das GRETA Kompetenzmodell für Erwachsenenbildner (Seite 7) entwickelt hat.

 

Auf dem Jahrestreffen der ZUM.de hielt Kai Wörner von Bayernedu die Keynote „Digitalisierung in der Schule“, wobei ich stark beeindruckt war, wie das SMAR-Modell (Seite 18) im Lehrerkollegium durchgeführt wird.

Gründungsmitglied Prof. Karl-Friedrich Fischbach berichtete über den Schülerwettbewerb „Erinnerung sichtbar machen“, den die ZUM zur Erinnerung an die Reichprogrommnacht durchgeführt hat. Besonders ans Herz legte er uns, die Videos anzuschauen.Von deren beeindruckender Qualität waren wir erwachsenen Lehrenden überrascht und tief gerührt.

Und wer die ZUM noch nicht kennt, für den wird es höchste Zeit. Nirgendwo gibt es so viel Expertise kostenlos und direkt anwendbar. Auf der neuen OER-Plattform ZUM-Unterrichten gibt es z.B. eine Durchführung zum Kooperativen Schreiben. Im Unterricht mit Erwachsenen empfehle ich, ab B1 damit zu beginnen.

 

 

 

 

 

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